Heiraten und Hochzeit in der Schweiz Teil 3/5

Wie feiern Heiratswillige ihre Hochzeit im Ausland

Wenn Schweizer Staatsbürgerinnen und Staatsbürger im Ausland rechtsgültig heiraten und ihre Trauringe tauschen wollen, sollte der erste Weg zu den zuständigen Behörden im Ausland führen. Das können zum Beispiel das Zivilstandsamt oder das Standesamt des gewählten Heiratsortes, ausländische Vertretungen in der Schweiz oder schweizerische Vertretungen im Ausland, wie Botschaft oder Konsulat sein. Hier kann man sich darüber informieren, wie die rechtlichen Gegebenheiten sind und welche Dokumente vorgelegt werden müssen. Interessant ist sicher auch zu wissen, wie man die Ehe in der Schweiz eintragen lassen kann. Wer Fragen zur Namensführung hat, wendet sich an das Zivilstandsamt des Wohnortes in der Schweiz.

Nach erfolgter Eheschliessung und Wechseln der Eheringe im Ausland, wendet sich das Ehepaar mit seinem Eheschein und weiteren Dokumenten an die Schweizer Vertretung im Ausland. Diese kümmert sich um die Übersetzung und Beglaubigung der Papiere und leitet sie an die Kantonale Aufsichtsbehörde in der Schweiz weiter.

Wie regeln Heiratswillige ihr Geld vor der Hochzeit?

Eigentlich mag man im Ausnahmezustand der Verliebtheit gar nicht daran denken. Aber trotzdem: Man sollte sich anlässlich einer Eheschliessuung beim Standesamt auch Gedanken darüber machen, wie es mit dem Thema „Güterstand“ aussieht. Ungefähr die Hälfte der Ehen in der Schweiz wird wieder geschieden und bei einer Scheidung ist der vereinbarte Güterstand entscheidend für die finanzielle Regelung.

Folgende drei Möglichkeiten sieht das Schweizer Ehegüterrecht vor:

1.) Die Errungenschaftsbeteiligung

Sie gilt automatisch, wenn innerhalb einer Ehe kein Ehevertrag geschlossen wurde. Dabei haben Mann und Frau grundsätzlich getrennte Vermögen. Die Ersparnisse, die dann während (!) der Ehe angesammelt wurden (das sind die „Errungenschaften“), werden nach Auflösung des Güterstandes (also bei Tod oder Scheidung) zu gleichen Teilen getrennt.

2.) Die Gütergemeinschaft

Bei dieser Variante gibt es sozusagen drei „Vermögen“: das des Mannes, das der Frau und ein gemeinsames. Im Ehevertrag wird geregelt, was davon beiden gemeinsam gehört. Wenn die Ehe geschieden wird, wird das gemeinsame Vermögen geteilt.

3.) Die Gütertrennung

Bei dieser Variante gibt es kein gemeinsames Vermögen. Jeder Ehepartner bleibt alleiniger Eigentümer seines Vermögens. Auch das muss in einem Ehevertrag festgeschrieben werden.

Grundsätzlich sollte sich jedes Paar Gedanken über den gemeinsamen Güterstand machen. Das gilt ganz besonders für Paare, bei denen die Vermögensverteilung sehr ungleichmässig ist, wenn also ein Partner sehr vermögend oder – im Umkehrschluss – hoch verschuldet ist. Einen Ehevertrag kann man jederzeit auch nach der Eheschliessung vereinbaren. Rechtssichere Informationen bekommt man bei Notaren oder Rechtsanwälten.