Heiraten und Hochzeit in der Schweiz Teil 4/5

In der Schweiz gibt es beim Bürgerrecht eine Besonderheit: Jeder Schweizer Bürger und jede Schweizer Bürgerin ist dreimal erfasst. So besitzen die Schweizer mit Eheringen jeweils das Bürgerrecht der Schweiz, eines der 26 Kantone und das einer Gemeinde. Bisher war es so, dass die Schweizerinnen mit Trauringen nach dem Standesamt die Bürgerrechte ihres Mannes erwarben. Dies wird sich ab dem 1. Januar 2013 ebenso ändern wie das Namensrecht.

Gleiches Recht für alle beim Heiraten und nach der Hochzeit

Gesetzliche Änderungen im Names- und Bürgerrecht: das Zivilstandsamt

Die Gleichstellung der Ehegatten im Namens- und Bürgerrecht rückt näher: Der Bundesrat hat die entsprechende Änderung des Zivilgesetzbuches ZGB auf den 1. Januar 2013 in Kraft gesetzt. Die am 30. September 2011 vom Parlament verabschiedete Änderung des ZGB verwirklicht die Gleichstellung der Ehegatten im Bereich des Namens- und des Bürgerrechts. Damit wirkt sich die Eheschliessung grundsätzlich nicht mehr auf den Namen und das Bürgerrecht aus. Die Brautleute können aber anlässlich der Eheschliessungn auf dem Zivilstandsamt erklären, dass sie den Ledignamen der Braut oder des Bräutigams als gemeinsamen Familiennamen tragen wollen. Die gleiche Möglichkeit steht auch gleichgeschlechtlichen Paaren offen, die ihre Partnerschaft eintragen lassen.

Der Name der Kinder nach der Hochzeit

Das Kind verheirateter Eltern erhält entweder deren gemeinsamen Familiennamen oder – falls diese verschiedene Namen tragen – jenen ihrer Ledignamen, den sie bei der Eheschliessung zum Namen ihrer gemeinsamen Kinder bestimmt haben. Sind die Eltern nicht miteinander verheiratet, so erählt das Kind den Ledignamen der Mutter. Bei gemeinsamer elterlicher Sorge können die Eltern erklären, dass das Kind den Ledignamen des Vaters tragen soll.

Übergangsrecht bereits Verheirateter

Das Übergangsrecht sieht vor, dass der Ehegatte, der vor Inkrafttreten dieser Änderungen seinen Namen bei der Eheschliessung geändert hat, jederzeit auf dem Zivilstandesamt erklären kann, dass er wieder seinen Ledignamen tragen will. Wird eine solche Erklärung abgegeben, so können die Eltern bis zum 31. Dezember 2013 erklären, dass ihr Kind den Ledignamen des Elternteils erhält, der diese Erklärung abgegeben hat.

Nicht miteinander verheiratete Eltern, welche die gemeinsame elterliche Sorge ausüben, können binnen Jahresfrist erklären, dass ihr Kind den Ledignamen des Vaters tragen soll. Hat das Kind das zwölfte Lebensjahr vollendet, muss es einer Namensänderung ebenfalls zustimmen.

Gleichgeschlechtliche Paare, die vor Inkraftsetzung dieser Bestimmungen ihre Partnerschaft eintragen liessen, können binnen Jahresfrist erklären, dass sie den Ledignamen der einen Patnerin oder des einen Partners als gemeinsamen Namen tragen wollen.

Schluss mit Doppelnamen durch das Heiraten

Bisher gab es in der Schweiz für die Braut die Möglichkeit, den Ledignamen dem Familiennamen (bestimmt durch den Mann) voranzustellen (z.B. Müller Zimmermann). Dieser Doppelname wurde ohne Bindestrich geschrieben und war rechlich verbindlich. Diese Möglichkeit ist mit dem neuen Namensrecht nicht mehr gegeben. Weiterhin Bestand hat jedoch der Allianzname mit Bindesstrich (z.B. Müller-Zimmermann), der jedoch keine explizit formrechtliche Gundlage hat.

httpv://www.youtube.com/watch?v=-DuTjLXe62M Menschenrechte – Ehe und Familie

Heirat, Ehe und Familie. Jeder Erwachsene hat das Recht zu heiraten und eine Familie zu gründen, wenn er möchte. Mann und Frau haben in der Ehe und auch bei deren Auflösung die gleichen Rechte.